Wie im echten Bienenstock: Ein kreativer Auftakt der Imker-GTA im ASB Hort Neundorf!
Endlich summt es wieder! Die Sommerferien sind vorbei und heute fiel im ASB Hort Neundorf der offizielle Startschuss für unsere erste Imker-GTA im neuen Schuljahr. Die Vorfreude war auf allen Seiten riesig – und der heutige Nachmittag hat uns einmal mehr gezeigt, warum diese Arbeit mit den Kindern so unfassbar wertvoll ist.
Wir führen in unseren Projekten ganz bewusst Dritt- und Viertklässler in einer Gruppe zusammen. Was vielleicht wie eine einfache organisatorische Entscheidung klingt, ist in Wahrheit ein Kernstück unseres pädagogischen Konzepts – und eine echte Herzensangelegenheit. Wir nennen es unsere „Waben-Patenschaften“.
Wenn man als Pädagoge und Imker still im Hintergrund steht und beobachtet, wie ein Viertklässler, der vor einem Jahr noch selbst zaghaft und staunend vor dem Bienenstock stand, heute mit leuchtenden Augen und rührender Fürsorge einem aufgeregten „Neu-Imker“ aus der dritten Klasse unsere Bienenwelt erklärt – dann ist das einer dieser Momente, in denen man unweigerlich ein kleines Tränchen der Rührung wegdrücken muss. Die „Großen“ wachsen in ihre Rolle als Vorbilder hinein, übernehmen Verantwortung und stärken ihr Selbstvertrauen. Die Jüngeren wiederum lernen am allerbesten von den Kindern, zu denen sie auf dem Schulhof aufschauen. Es ist ein wertschätzendes Miteinander von der ersten Minute an.
Nach einer herzlichen Vorstellungsrunde hieß es heute allerdings noch nicht „ab zu den Bienen“. Wir sind stattdessen mit der Gestaltung der Etiketten für unseren geernteten Sommerhonig gestartet.
Für uns Pädagogen ist diese Etikettengestaltung weit mehr als nur eine Bastelstunde. Es ist im Grunde so, als würden wir das Flugloch eines Bienenstocks beobachten. Während Buntstifte getauscht werden und die Fantasie auf dem Papier Gestalt annimmt, lernen wir die Kinder richtig kennen. Wir sehen genau, wie sie miteinander kommunizieren: Wer schiebt dem Nachbarn selbstverständlich den roten Stift rüber? Wer hilft beim Buchstabieren des Wortes „Honig“? Wo wird sich liebevoll geneckt und wer ist eher der stille, konzentrierte Arbeiter?
Genau wie in einem echten Bienenvolk hat jedes Kind seine eigene, wichtige Rolle. Durch diese unbeschwerte Aktion am Tisch sehen wir auf wunderbar natürliche Weise, wer gut mit wem harmoniert und wie sich das Teamgefüge bildet. Dieses Wissen ist für uns Gold wert – denn wenn wir später gemeinsam an den geöffneten Beuten stehen, ist blindes Vertrauen und gute Teamarbeit unerlässlich.
Dass bei dieser Aktion auch noch wunderschöne, ganz persönliche Etiketten für unsere Honiggläser entstanden sind, die bald in der Schule ein neues Zuhause finden, rückt da fast ein wenig in den Hintergrund.
Es war ein rundum gelungener, herzerwärmender Start. Zu sehen, wie aus einer bunten Gruppe von Dritt- und Viertklässlern bereits in der ersten Stunde ein kleiner, summender und funktionierender Zusammenhalt wird, macht uns unglaublich stolz auf diese tolle Truppe. Wir freuen uns riesig auf das gemeinsame Bienenjahr!
René und Yvonne